"Gemeinschaft
ist das Abenteuer
unserer Zeit"7. Internationale Konferenz der International Communal Studies Association (ICSA)
Gemeinschaftliches Leben
an der Schwelle
des neuen Jahrtausends25. bis 27. Juni 2001
ZEGG, Belzig (Brandenburg)
- in Zusammenarbeit mit Stiftung MITARBEIT, Bonn
- unterstützt von Stiftung SYNANON, Berlin
- gefördert durch die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung
Die Konferenz
»Gemeinschaftliche Lebensformen an der Schwelle eines neuen Jahrtausends - Erfahrungen und Perspektiven« - so das allgemein gefasste Thema der ICSA-Konferenz 2001. »Gemeinschaftliche Lebensformen« ist dabei im breitesten Sinne zu verstehen und schließt Co-housing-Projekte und Ökodörfer ebenso ein wie Kibbutzim, religiöse und weltanschauliche Gemeinschaften oder genossenschaftliche Lebens- und Arbeitsformen. »Erfahrungen und Perspektiven« bezieht sich auf die lange und vielfältige Geschichte all dieser Formen gemeinschaftlichen Lebens und auf ihre künftige Entwicklung. Die Konferenz will sich mit den Erfah- rungen aus dem Überleben (und dem Zusammenbruch) von Gemeinschaftsprojekten in der Geschichte beschäftigen sowie Gedanken und Diskussionen anregen zur Entwicklung der Gemeinschaftsbewegung im neuen Jahrtausend.
Konferenzsprache ist englisch.
Ausschnitte aus dem vorläufigen Programm:
Gemeinschaft - eine gesellschaftliche Utopie?
* Utopia and Commune
Dr. Nathan Batalion, USA
* The Kibbutz Awakening from Utopia
Daniel Gavron, Israel
* Visions of Utopia: Experiments in Sustainable Culture
Geoff Kozeny, USAZur politischen Bedeutung von Gemeinschaften
* Communal Living: An Alternative to the Crisis of Contemporary Civilisation
Dr. Saulo Xavier Batista, Brasilien
* Political and Social/Psychological Importance of Communal Living
Claudia Andreoli Galvao, Brasilien
* Living Routes: A Communal Solution to Social Problems
Dr. Daniel Greenburg, USAGemeinschaftsleben von innen betrachtet
* Couples and Communes
Dr. Deborah Altus, USA
* Community Sustainability: The Challenge of Intergenerational Change
Dr. Peter Cock, Australien
* Women and Community
Leila Dregger, Deutschland
* Communal Education: Bridging the Gap Between Theory and Practice
Prof. Yuval Dror, IsraelHauptvorträge während der Plenums-Sitzungen:
25. Juni
Dr. Fritz Vilmar, Berlin:
Communal Living in Germany26. Juni Dr. Tim Miller, Kansas:
Out to Save the World: Why Communal Studies Matters for the 21st Century27. Juni Dr. Graham Meltzer, Australien:
Cohousing: The Future of Communal Living?
Lucilla Borio, GEN, Italien:
Ecovillages: The Future of Communal Living?
Dr. Michael Forster, Fiji:
Virtual Communes: The Future of Communal Living?Die ICSA-Konferenz versammelt nicht nur die in der Gemeinschaftsforschung führenden Wissenschaftler aus der ganzen Welt, sondern auch langjährige Gemeinschaftsmitglieder. Der Tiefe ihres Wissens und ihrer Erfahrung stehen die neuen Ideen und Herausforderungen jüngerer Mitglieder von Gemeinschaften gegenüber, was lebhafte und fruchtbare Gespräche verspricht.
Außerdem bietet die Konferenz die Möglichkeit, VertreterInnen der großen internationalen Gemeinschaftsnetzwerke kennen zu lernen - beispielsweise:
- Global Ecovillage Network (GEN)
- Diggers & Dreamers
- Kibbutzim
- Federation of Intentional Communities (FIC).
Für Gemeinschaften bietet die Konferenz die große Chance, internationale Kontakte aufzubauen, eine Zusammenarbeit mit Universitäten zu etablieren und eine positive Öffentlichkeit für gemeinschaftliche Lebensformen zu stärken.
Post-Conference-Tour
Im Anschluss an die Konferenz findet eine dreitägige Reise zu deutschen Gemeinschaften statt (separat zu buchen):
29. Juni Ufa-Fabrik
30. Juni Kommune Niederkaufungen
1. Juli Ökodorf Sieben LindenAktuelle Informationen unter www.antenna.nl/icsa
Die ICSA
Die International Communal Studies Association ist eine Vereinigung, die sich zum Ziel gesetzt hat, den wissenschaftlichen Austausch über gemeinschaftliche Lebensformen in aller Welt zu fördern. Dazu wird alle zwei bis drei Jahre eine Konferenz veranstaltet, bei der die Mitglieder aus fünf Kontinenten ihre Arbeits- und Forschungsergebnisse vorstellen und diskutieren. Auch Gemeinschaften werden eingeladen, ihre Lebensform und ihre Projekte zu präsentieren.
Die ICSA wurde 1985 gegründet. Sie ging hervor aus der Zusammenarbeit zwischen dem Kibbutz Studies Center in Israel und der Communal Studies Association der USA. Sie hat mehrere Hundert Mitglieder, überwiegend Wissenschaftler, vor allem Soziologen, Historiker, Psychologen, Anthropologen, auch Architekten, Städteplaner und Sozialarbeiter/-pädagogen. Sie kommen aus Afrika, Australien, Ost-Europa, Japan und Brasilien, die meisten jedoch aus den USA, Israel, West-Europa und dem United Kingdom.
Andere Mitglieder sind Menschen, die schon lange in Gemeinschaften leben. Die Interaktion zwischen denen, die Gemeinschaften erforschen, und denen, die diese Lebensform praktizieren, ist eine der Stärken der ICSA. Dieser Kooperation und gegenseitigen Inspiration entspricht es auch, dass die Konferenz 2001 erstmals in einer Gemeinschaft stattfindet und damit den bisher eher akademischen Rahmen verlässt.
Die ICSA will die Erfahrung der historischen und zeitgenössischen Gemeinschaftsprojekte in die sozialwissenschaftliche Forschung und die öffentliche Sozialplanung einbringen. Gerade in einer Zeit hoher Individualisierung und zunehmender Isolation können die Werte und Erfahrungen aus gemeinschaftlichen Lebenszusammenhängen zu einer wesentlichen Verbesserung des Zusammenlebens der Menschen beitragen. In diesem Sinne versuchen die der ICSA angehörenden Wissenschaftler sowohl theoretisch wie auch praxisbezogen zu arbeiten. Ihr Engagement hat bereits bis in die UNO hinein Interesse gefunden.
Der derzeitige Präsident der ICSA ist Prof. Dr. Bill Metcalf, Griffith University, Australien, der in Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern die Konferenz 2001 inhaltlich vorbereitet.
Nähere Informationen zur ICSA: www.ic.org/icsa/
Anmeldung zur ICSA-Konferenz 25. bis 27. Juni 2001
Drucken Sie bitte das Anmeldeformular aus und schicken sie es ausgefüllt an:
ICSA c/o ZEGG
Rosa-Luxemburg-Straße 89,
D-14806 BelzigKlicken Sie hier um zum Anmeldeformular für die ICSA zu kommen
Das ZEGG
Zentrum für Experimentelle GesellschaftsGestaltung
Das ZEGG ist beides - ein internationales Tagungszentrum und eine Gemeinschaft von 80 Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Die Gemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, das geistige und praktische Wissen für eine humane, lebendige und gewaltfreie Kultur zu erforschen, umzusetzen und weiterzugeben. In einer Broschüre des ZEGG heißt es: »Gemeinschaft ist eine Lebensform, in die der Mensch als Ganzes hineinpasst, mit seiner Suche nach Sinn, nach Dauer in der Liebe, nach erfüllter Sexualität, nach Solidarität und Freundschaft, nach einem sinnvollen Beruf und nach einer spirituellen Verbindung mit der Welt. Gemeinschaft ist das Gefäß, in dem wir Werte und Erfahrungen entwickeln können, die in der bestehenden Kultur verloren gegangen sind: Kooperation, Ergänzung, Vertrauen und Wahrheit.«
Das ZEGG befindet sich auf einem 15 Hektar großen Gelände in Belzig, in der Mitte des
Städte-Dreiecks Berlin - Leipzig - Magdeburg.